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Wer von Porsche schwärmt, der verbindet damit nicht nur Pferdestärken und perfekte Ausstattung, als vielmehr ein unbeschreibliches Lebensgefühl. Porsche ist eine eigene Philosophie, die seinen Besitzer als Individuum beschreibt, das Raum und Zeit im Griff hat. Die mittelständische Stuttgarter Sportwagenschmiede gilt heute als bestverdienender Autobauer der Welt. Alle Strategien der Konkurrenz, den Spitzenplatz in diesem Segment streitig zu machen, sind gescheitert - denn die Massstäbe setzt allein Porsche! Autor: Urs Tiefenauer Wer einen Porsche fährt, hat es nicht nötig, damit zu protzen und mit einem speziellen Auto das Selbstwertgefühl zu verbessern. Porsche-Besitzer sind Individualisten mit einem Flair für das Spezielle, Leute, die hart arbeiten, viel verdienen und sich auch einmal etwas leisten wollen. Sie alle sind der gleichen Faszination erlegen. Porsche verspricht nicht nur eine Erlebniswelt - Porsche garantiert sie über die Produkte und Serviceleistungen. So konnte eine echte Excitement Company entstehen, die sich von den Mitarbeitern über die Sportwagen auf die Kunden überträgt - der Mythos wird zum Erlebnis. Erst dadurch wird die Kraft spürbar, die Porsche eigen ist, aktiv und attraktiv zu sein. Damit verkörpert Porsche den Inbegriff des sportlichen Fahrens und Denkens - eine ehrliche Philosophie, Porsche pur, eine emotionale und rationale Faszination, hinter der sich ein Höchstanspruch an Produkte-Qualität verbirgt. Ein beeindruckender Beweis für die Zuverlässigkeit zeigt die Prozentrate aller je gebauter Fahrzeuge, die immer noch im Verkehr sind. Sie liegt bei sagenhaften 70 Prozent! Vom Übernahmekandidat zum Leader Zu Beginn der Neunziger Jahre galtPorsche als möglicher Übernahmekandidat. Nach einer harten Sanierung mit 1800 Entlassungen brachte der neue Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking das Unternehmen auf einen nachhaltigen Erfolgskurs. Der Absatz von jährlich 12000 auf 55000 Fahrzeuge machten den Nischenanbieter zum profitabelsten Autobauer der Welt. Der Aktienkurs stieg in dieser Zeit um mehr als das Zwanzigfache. Hohes Lob von Seiten der Wirtschaft erhielt Wiedeking für seine Verdienste mit der Auszeichnung Manager des Jahres sowie bester Automobilmanager Europas. Das wesentlichste Geheimnis des Unternehmenserfolges basiert dabei auf einer uneingeschränkten Unabhängigkeit. Das Argument, dass ein kleines Unternehmen seine Überlebensfähigkeit nur sichern kann, wenn es auf den Schultern eines Grossen mitgetragen wird, ist zwar generell nicht falsch. Doch bisher hat noch niemand den Beweis antreten können, dass Grösse allein vor dem Untergang schützt. Bei Porsche wird nicht über gross und klein diskutiert - die Firma muss lediglich überschaubar und flexibel bleiben. Seit langem schon hat sich das Unternehmen herkömmlichen Strickmustern erfolgreich entzogen und fühlt sich in der Rolle des Davids unter den Goliaths dieser Welt äusserst wohl. Klein und doch gross... Wenn andere Unternehmen schrumpfen müssen, um ihre Flexibilität ausspielen zu können, ist Porsche schon klein. Die Kernerkenntnis, dass weniger bisweilen mehr ist, wird bei Porsche auf allen Ebenen gelebt. Inzwischen wird das Geheimnis schlanker Strukturen über eine eigene Beratungsfirma sogar anderen Unternehmen verraten. Wer einmal den Turnaround geschafft hat, bleibt immer auf dem Sprung und auch der vermeintlich Kleine wächst an seinen Aufgaben - Porsche ist vielleicht das beste Beispiel dafür. Der Leitsatz: "Nicht Erreichtes gilt es zu wahren, sondern Potenziale für die Zukunft zu nutzen." Porsche richtet sich ansonsten nach allgemeinen Gesetzmässigkeiten des Marktes, allerdings mit aller Konsequenz. Das Unternehmen setzt sich nie zu hohe Ziele - sie müssen immer auch erreichbar sein. Und - der Weg zu einer Entscheidung darf kein langwieriger Prozess sein. Die grosse Stärke liegt heute darin, über die notwendige Entschlossenheit zu verfügen, offen für Neuausrichtungen zu sein. Vor diesem Hintergrund sieht Porsche auch den Einstieg in das Segment der Offroader mit dem "Cayenne". Meilensteine Porsche ist eine jung gebliebene Automarke, die aber über eine der längsten Traditionen verfügt. Die Entwicklungsfähigkeit beginnt nicht erst mit dem ersten Porsche-Sportwagen 1948. Sie geht zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als Professor Ferdinand Porsche senior seine ersten Konstruktionen präsentierte. Der Lohner- Porsche-Elektrowagen, der 1900 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt wird, macht den Namen Porsche weltbekannt. Als technischer Direktor und Vorstandsmitglied bei Daimler entwickelt Ferdinand Porsche 1928 unter anderem die legendären Kompressor- Sportwagen Mercedes SS und SSK. Den Grundstein für das heutige Unternehmen legt Porsche mit der Gründung eines Konstruktionsbüros 1931. Zwei Jahre später entsteht der von NSU in Auftrag gegebene Typ 32, in der Konzeption ein Vorläufer des legendären VW-Käfers. 1938 werden unter der Leitung Porsches die ersten Fertigungshallen für den Volkswagen gebaut. Der zweite Weltkrieg kommt jedoch der Verwirklichung zuvor. Auf der Basis des VWs Typ 60 wird der Kübelwagen konstruiert. Erst 1946 geht der VW in Serie. Der erste Porsche, der Typ 356/1 wird 1948 in Gmünd der Öffentlichkeit präsentiert. Die ersten fünf Porsches werden an den Zürcher Enthusiasten und Autohändler Ruppert von Senger geliefert. Bezahlt wird zum Teil mit Leichtmetallblechen aus der Schweiz, weil im kriegszerstörten Nachkriegsdeutschland Metallknappheit herrscht. Mit dem Geld und dem Material aus der Schweiz können weitere Exemplare gebaut werden - eine Art Anschubfinanzierung aus Zürich. In der Schweiz beginnt auch die Geschichte der Porsche- Cabrios. Die Firma Beutler in Thun stellt die ersten Modelle aus importierten Roh-Porsches her. Der Basispreis beträgt 9950 Mark. Heute liegt der Preis für die Grundversion des 911er zehnmal höher - mit Optionen gegen oben offen... Mit dem Einzug in gemietete Räume der Karosseriewerkstatt Reutter wird Porsche 1950 zur eigenständigen Automobilfabrik. Bis zur Produktionseinstellung des 356 im Jahre 1965 sollten insgesamt 77361 Wagen dieses Typs die Werkshallen verlassen. Unter der Ägide des Karosserie-Designers und Sohnes von Ferry Porsche, Ferdinand Alexander Porsche, entsteht der Porsche 911, dessen Grundkonzept mit dem luftgekühlten Boxermotor im Heck bis 1997 Bestand hat. Gewinnsteigerung um mehr als einen Drittel Die Porsche-Erfolgsgeschichte neuerer Zeitrechnung ist eng verbunden mit dem Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking. Unter seiner Federführung hat sich das Unternehmen zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen der internationalen Automobilindustrie entwickelt. Wenig erstaunlich ist daher die Tatsache, dass Porsche auch in Zukunft auf seine bewährte Kraft setzen will und den Vertrag mit dem Spitzenmanager bis zum Jahre 2007 verlängerte. Die erfolgreiche Arbeit in der Vorstandsetage zeigt sich aber auch in nackten Zahlen: Im letzten Geschäftsjahr stieg der Absatz des Konzerns um 11,9 Prozent auf 54586 Sportwagen, der Umsatz um 21,8 Prozent auf 4,44 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss (Ergebnis nach Steuern) konnte im Konzern auf 270,5 Millionen Euro gesteigert werden. Porsche geniesst das beste Image in Deutschland Mit der Erhebung "Imageprofile 2002" wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2500 Top-Manager der deutschen Wirtschaft befragt, welches Unternehmen ihrer Meinung nach über die grösste Reputation in Deutschland verfügt. Das Ergebnis fiel klar aus: Die grosse Mehrheit der Führungspersönlichkeiten auf Vorstands-, Geschäftsleitungs- und zweiter Führungsebene votierte unmissverständlich für die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Der schwäbische Sportwagenhersteller führt damit bereits zum zweiten Mal in Folge die Hitliste dieser alle zwei Jahre durchgeführten Image-Liste an, dies nicht nur bei den Autoherstellern, als vielmehr auch als Gesamtsieger über alle Branchen. Mit 864 von möglichen 1000 Punkten konnte Porsche gar das Spitzenergebnis aus dem Jahre 2000 um elf Punkte übertreffen. Hinter Porsche erreichten BMW mit 854 Punkten und Audi mit 825 Punkten die folgenden Plätze im branchenübergreifenden Gesamtranking. Ihnen folgen auf den nächsten Rängen die Unternehmen Coca-Cola, DaimlerChrysler, Volkswagen, Nokia, Siemens und Sony sowie die FAZ-Gruppe.
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