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Bei uns gilt das Motto »Bei uns macht Arbeit Spass!«. Um diesem Motto treu zu bleiben, integrieren wir ständig neue Massnahmen in unseren Arbeitsalltag. Hier verrate ich Ihnen einige!

Autor: S. Rusch

Als ich 1994 meine eigene Firma gründete, tat ich dies natürlich auch unter anderem, weil ich in einer tollen Firma arbeiten wollte - etwas, was ich auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitnehmer nicht finden konnte. Am Anfang war ich längere Zeit ein Ein-Mann-Betrieb, dann stellte ich die ersten Mitarbeiter ein, zunächst auf Teilzeit-Basis. Nach einer gewissen Zeit stellte ich dann Vollzeit-Mitarbeiter ein. Und plötzlich wurde mir bewusst, dass bei uns das Arbeitsklima eigentlich auch nicht viel anders war als in anderen Firmen. Dies war dann der Moment, als ich »Stop!« rief und das Steuer herumriss. Ich ergriff dann bewusst Massnahmen, damit es wirklich Spass macht, im Rusch Verlag zu arbeiten.

Spass als Ziel

Der erste Schritt war das schriftliche Festhalten unseres Mottos »Bei uns macht Arbeit Spass«. Wir verwenden diesen Slogan mittlerweile sogar in unseren Stellenanzeigen. Dies zwingt uns, wirklich danach zu handeln. Wir erinnern uns gegenseitig ständig daran, denn schliesslich kann man im Trubel des Alltags leicht davon abdriften.

Gemeinsame Aktivitäten

Unser Team unternimmt regelmässig etwas zusammen, meist auf Firmenkosten. Dies kann ein gemeinsames Abendessen in einem schönen Restaurant, ein Ausflug oder gar eine Ballonfahrt, wie wir sie am 28. August 2001 gemacht haben, sein. Ich bin schon jetzt gespannt, was wir in nächster Zeit zusammen unternehmen werden...

Kommunikation des Leitbildes

Bei vielen Firmen ist das Leitbild in einem Handbuch festgehalten, aber niemand kennt die Wortlaute auswendig und vor allem handelt niemand danach. Bei uns findet jeder Angestellte das Leitbild in seinem benutzerfreundlichen, übersichtlichen Mitarbeiter-Handbuch. Zudem schauen wir es uns während Büro-Sitzungen regelmässig an. Da ist zum Beispiel festgehalten, dass wir uns regelmässig gegenseitig loben für aussergewöhnliche Leistungen - wenn dies alle tun, ist dies viel wirksamer, als wenn es nur der Chef tut.

Wohlbefinden im Büro

Eine Mitarbeiterin reichte bei mir ein Ideen-Blatt ein, worauf zu lesen war, dass wir uns einen »Drinking Fountain« anschaffen sollten. Dabei handelt es sich um eine Art »Wasser-Maschine« mit einer 18,9-Liter-Trinkwasserflasche, von welcher sich jeder Mitarbeiter reichlich mit Wasser eindecken kann. Der Vorteil ist, dass die Mitarbeiter sich dank des erhöhten Wasserkonsums besser fühlen, gesünder sind und dass trotzdem nichtüberall leere Flaschen herumliegen. Eine andere Mitarbeiterin schlug vor, dass wir uns eine teure Kaffeemaschine kaufen sollten. Obwohl ich weiss, dass Kaffee ziemlich ungesund ist und ich selbst kein Kaffee-Trinker bin, gab ich dennoch das Budget frei. Ich wusste, dass die Kaffee-Trinker unserer Firma die Qualität wirklich guten Kaffees schätzen würden.

Jeder entscheidet mit

Wenn wir jemanden einstellen, so müssen die Personen der engeren Auswahl bei uns ein bis drei Tage probearbeiten. Auf diese Weise lernt der Bewerber unsere Firma kennen und wir erfahren im Gegenzug, wie der Interessent arbeitet. Jeweils ein Tag nach dem Probearbeiten bewerten dann unsere Mitarbeiter diese Person und deren Arbeitsweise. Nur dann, wenn die grosse Mehrheit dafür ist, dass diese Person eingestellt wird, tun wir dies auch. Einmal gab es eine Mitarbeiterin, die mir und meinem Teilhaber ideal erschien, jedoch vom Team nicht akzeptiert wurde. Uns blieb somit nichts anderesübrig, als der Bewerberin eine Absage zu erteilen. Nur auf diese Art und Weise können wir ein gutes Arbeitsklima schaffen, das schliesslich auch von unseren Geschäftspartnern und Kunden am Telefon wahrgenommen wird.

Alle sind auf Du

Vor einigen Jahren entschied ich, das »Du« für die ganze Firma einzuführen. Jetzt sind also alle auf Du, auch jene Mitarbeiter, dieüber 50 Jahre alt sind. Viele Firmenchefs zögern damit, das Du einzuf hren, weil sie Angst haben, dass die Mitarbeiter dann weniger Respekt haben. Ich bin der Meinung, der Chef muss sich den Respekt durch Leistungen verdienen und nicht durch ein Chef-Büro und eine distanzierte Haltung. Wenn alle auf Du sind, dann wird das Arbeiten in der Firma automatisch lockerer.

Geschenke am ersten Arbeitstag

Am ersten Arbeitstag erhält ein neuer Mitarbeiter als Geschenk das Buch »Noch erfolgreicher!« sowie die Hörbücher »Fish!« , »Was zählt, ist der Gewinn« und »Motivaction«. Und dazu meist noch etwas anderes wie

z.B. eine Willkommenskarte, einen Blumenstrauss oder etwas Ähnliches. Selbstverst ändlich steht auf dem abgegebenen Mitarbeiter-Handbuch bereits der Name des neuen Mitarbeiters und sein Posteingangs-Fach ist bereits beschriftet. So lebt sich eine fremde Person schnell ein!

Jeden Morgen ein »Daily Huddle«

Die meisten Mitarbeiter treffen bei uns um 08.00 Uhr ein. Um ca. 08.30 Uhr, nachdem sich alle Mitarbeiter mit ihrer Tagesplanung beschäftigt haben und ihre Posteingangs-Fächer kontrollieren konnten, halten wir ein kleines Büro-Meeting ab, ein so genanntes »Daily Huddle«. Da wir nur elf Personen sind, nehmen alle daran teil. Diese Anregung habe ich vom amerikanischen Unternehmens-Consultant Verne Harnish anlässlich eines Weiterbildungsprogramms für erfolgreiche Jungunternehmer erhalten. Er sagt, ein »Daily Huddle« von fünf bis zehn Minuten ist ein absolutes Muss, insbesondere in einer schnell wachsenden Firma. Wir tun dies nun seit etwa acht Monaten. Es hat sich ausgezahlt, denn nun arbeitet jedes Team-Mitglied viel besser mit den anderen Team-Mitgliedern zusammen. Und alle haben mehr Spass an der Arbeit, weil sie wissen, was läuft. Sie sind nicht einfach ein kleines Zahnrad, sondern aktiver Teil des Geschehens.

Von seiner Leistung direkt profitieren

Einen Teil des Gewinnes haben wir für Bonuszahlungen an unsere Mitarbeiter reserviert. Schliesslich sollen nicht nur die Inhaber vom Erfolg des Unternehmens profitieren, sondern alle, die etwas damit zu tun haben. Diese Bonuszahlungen sind leistungsorientiert, d.h. ein Mitarbeiter, der sehr effizient und effektiv arbeitet, erhält bei uns viel häufiger eine solche Zahlung. Wir berücksichtigen natürlich auch Faktoren wie, ob jemand um 17.00 Uhr alles fallen lässt und das Büro fluchtartig verlässt, oder ob er oder sie auch einmal eine Stunde länger bleibt, wenn die Arbeit dies erfordert. In vielen Fällen erfolgen diese Bonuszahlungen in bar, weil das Glücksgefühl somit grösser ist.

Erfolge feiern

Wenn bei uns eine grössere Bestellung eintrifft, dann läutet jemand eine grosse Glocke, die im ganzen Büro hörbar ist. Solch eine Grossbestellung soll nicht lautlos durch die Mühlen der Administration gehen, sondern die ganze Firma soll sich darüber freuen können.

Kommunikationswandtafel

Wir haben eine grosse Wandtafel in der Mitte des Büro, auf der wichtige Dinge wie z.B. Abwesenheiten von Mitarbeitern, generelle Informationen oder Ähnliches zu lesen sind. Zudem existiert auf dieser Tafel eine Rubrik mit dem Titel »Hurra!«. Hier notieren wir z.B. Grossbestellungen, hängen Briefe von ausserordentlich begeisterten Kunden hin oder Ähnliches. Dies macht auch Spass!

Ab und zu etwas mitbringen

Bei uns bringt immer wieder einmal ein Mitarbeiter Kuchen, Eis, selbstgebackene Kekse usw. mit, um ein tolles Klima zu schaffen. Eine kleine Geste, die viel bewirkt. Für diesen Zweck haben wir einen grossen Kühlschrank mit einem grossen Tiefkühlfach.

Geschenke an Mitarbeiter

Bei uns erhalten Mitarbeiter neben Bonuszahlungen auch immer wieder einmal Geschenke, wie z.B. ein Seminar- Ticket, ein Ticket für ein Konzert, einen Gutschein für einen Wellness- Urlaub, ein Buch, ein Hörbuch, eine Musik-D, einen Blumenstrauss, Urlaubsgeld in der entsprechenden Landeswährung oder Ähnliches. Dies bringt manchmal mehr Freude als Bargeld.

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Dies waren die wichtigsten Massnahmen unserer Firma. Wir entwickeln ständig neue Ideen. Dies ist ein wandelnder Prozess. - Überlegen Sie nun, was Sie tun können, damit es mehr Spass macht, in Ihrer Firma zu arbeiten!

 

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