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"Aus Langeweile entstehen Erfolgs-Bands, Parteien, Firmen und viele andere gute Dinge" von Alex S. Rusch
In der lesenswerten Zeitschrift "Business Bestseller" las ich einen sehr interessanten (aber etwas zu langen) Artikel über Familienunternehmen. Darin gab es einige wertvolle Punkte, die ich Ihnen hier präsentiere:
Fritz B. Simon, der Autor des Artikels, stellt eine interessante Frage im Zusammenhang mit Familien und Freunden: "Was machen Menschen, wenn sie emotionale Beziehungen entwickeln, sich gegenseitig anziehend finden und gerne etwas miteinander anstellen würden?"
Herr Simon meint, dass wenn es sich bei den zwei um Mann und Frau handelt, sich die Frage leicht beantworten lässt: "Man geht miteinander ins Bett. Und wenn das vorbei ist, so vertreibt man sich die Zeit bis zum nächsten Mal mit Kochen oder dem Besuch italienischer Restaurants. Wenn das nicht mehr genügt, so sucht man sich Probleme, die man gemeinsam bewältigen muss: Man setzt Kinder in die Welt, schliesst Bausparverträge ab, verschuldet sich usw. Auf diese Weise gelingt es meist, die Beziehung mit Kommunikationsinhalten zu füllen."
Der Autor meint, dass die Gefahr der Langeweile bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften natürlich besonders gross ist. Hier kann das Problem nicht einfach mit Sex gelöst werden. Ich zitiere Fritz B. Simons Antwort: "Statt sich Kinder anzuschaffen, kann man aber auch eine andere Form des gemeinsamen Babys kreieren. Man gründet eine Firma oder eine Popgruppe. Stets gilt es, die Beziehung vor der Bedrohung der Langeweile zu schützen."
Er bringt das Beispiel von Lenin, der mit seinen Freunden eine Partei gründete, und das Beispiel von den Beatles. Dies alles nur aus Zeitvertreib. Auch Yahoo! wurde aus diesem Grund gegründet.
Ich finde dies faszinierend, denn auch so wurde der Rusch Verlag 1994 gegründet. Ich gab einem guten Kumpel, den ich noch von meiner Schulzeit her kannte, kostenlosen Englisch-Unterricht, um ihn auf das "Cambridge Advanced Certificate in English" vorzubereiten (er bestand dann auch!). Dies war natürlich auch so eine Art Zeitvertreib mit einem Sinn dahinter. Während dieser regelmässigen Treffen entstand die Idee eines Hörbuch-Verlages, den wir 1994 gemeinsam gründeten. Dieser Kumpel gab jedoch nur ein Monat nach der Lancierung des ersten Hörbuches auf, weil es ihm zu anstrengend war. Und ich zog es offensichtlich weiter. Der Rest ist Geschichte...
Mit einem anderen sehr guten Kumpel und Geschäftspartner habe ich teilweise über zwei Wochen non-stop verbracht, wenn wir auf Geschäftsreisen waren. Und wir hatten dabei immer Gesprächsstoff, weil wir eben viele gemeinsame Projekte hatten (Hörbücher, die Zeitschrift "Noch erfolgreicher!", unser gemeinsames Buch, unser Seminar usw.). Ich spreche hier von Ferris A. Bühler. Wenn wir nur Saufkumpane gewesen wären, hätte daraus nie solch eine tolle Freundschaft entstehen können. Es lohnt sich also, sinnvolle, herausfordernde gemeinsame Projekte zu lancieren.
Fritz B. Simon schrieb: "Meine These ist, dass Kreativität meistens als Heilmittel gegen Langeweile oder, wenn man es positiver ausdrücken will, das Resultat von Musse ist. Müssiggang ist der Anfang von allem. Und so entstehen auch Firmen."
Interessant, nicht wahr? Was können wir daraus lernen? Wir alle langweilen uns. Dies ist normal. Es hängt aber dann von uns ab, ob wir etwas Gutes daraus machen (eine Firma gründen, einen Club gründen, eine Band gründen, etwas Gemeinnütziges tun, ein Bild malen usw.) oder ob wir uns betrinken, zu viel Fernsehen oder noch schlimmere Dinge tun. Sie haben Ihr Leben in Ihrer Hand!
Weitere Beiträge von Alex S. Rusch finden Sie unter www.alexrusch.com.
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